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8 Fragen und Antworten zum Thema Programmatic Marketing – Mit Alexander Haindl

Wer erfolgreich die ersten Schritte mit seinen Kampagnen gesetzt hat, und nach weiteren Display-Traffic-Quellen sucht, für den ist Programmatic Advertising eine gute Option. Neben Google, die ein großes Inventar inklusive Traffic via Youtube anbieten, gibt es auch eine Reihe weiterer Anbieter (AdForm, MediaMath, SmartyAds, etc.), die zur Auswahl stehen.

Alexander Haindl hat sich in den letzten zehn Jahren zunehmend auf den Bereich Programmatic Advertising – speziell für Kunden in Österreich – konzentriert, und hat uns heute eine Reihe von Fragen zum Thema beantwortet.

Wer weitere Fragen oder Kommentare hat – bitte die Kommentar-Funktion unten nutzen.

 

MATTHIAS: Hi Alexander – Danke dass Du Dir Zeit nimmst für ein paar Fragen zum Thema Programmatic Advertising. Bevor wir einsteigen, kannst Du vielleicht ein paar Worte zu Dir sagen und was Du machst? 

ALEXANDER: Hallo Matthias, danke für die Einladung zum Gespräch! Ich bin seit über zehn Jahren im Online Marketing tätig und bin seit zwei Jahren selbstständig in diesem Bereich. Mein Fokus liegt dabei auf dem Bereich Programmatic Advertising. Gemeinsam mit meinen Kunden erarbeite ich dabei Online-Werbestrategien und setze diese um.

MATTHIAS: Und – magst Du ein bißchen mehr dazu sagen, was hinter Programmatic Advertising steckt? 

ALEXANDER: Programmatic Advertising ist eine Möglichkeit Werbeplätze im Internet einzukaufen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die Versteigerung von online Werbeplätzen in Echtzeit. 

MATTHIAS: Vor dem Hintergrund … eignet sich Programmatic Advertising für alle Werbetreibenden, oder würdest Du sagen, es eignet sich für bestimmte Produkte oder Werbetreibende ganz besonders, und für andere vielleicht weniger? 

ALEXANDER: Ich würde nicht sagen, dass es Produkte oder Branchen gibt, für die sich Programmatic Advertising besonders gut eignet. Ich würde es all jenen Kunden empfehlen, die eine bestimmte Zielgruppe ansprechen möchten und den Fokus nicht auf das Umfeld legen, in dem die Werbung läuft. Außerdem ist es empfehlenswert für Unternehmen, die bereit sind auch etwas Zeit in die Sache zu investieren, um die gewonnenen Erkenntnisse bestmöglich nutzen zu können. Um die Vorteile von Programmatic Advertising zielführend nutzen zu können ist außerdem ein gewisses Mindestbudget erforderlich. 

MATTHIAS: Ich glaube ein großes Fragezeichen wird für viele sein, wo die Anzeigen letztlich ausgespielt werden, kannst Du dazu etwas mehr erzählen?  Denn es ist hier ja nicht so klar wie wenn ich beispielsweise auf Instagram oder auf Google in den Suchergebnissen meine Werbung schalte. 

ALEXANDER: Der Vorteil von Programmatic Advertising liegt darin, dass Werbeanzeigen gerade nicht auf mir bekannten bzw. von mir ausgewählten Seiten ausgespielt werden, sondern dass man nur Kriterien vorgibt und das System automatisch passende Seiten auswählt. Natürlich gibt es die Möglichkeit die Seiten, auf denen die Anzeigen ausgespielt werden sollen einzugrenzen, indem man eine Whitelist mit allen zugelassenen Seiten einsetzt, oder gewisse Seiten mit einer Blacklist ausschließt.

 

MATTHIAS: Angenommen, ich falle in die Kategorie oben, und ich habe das Gefühl, ich sollte für mein Produkt oder mein Sortiment Programmatic zumindest probieren – welche Anbieter stehen zur Auswahl? 

ALEXANDER: Derzeit gibt es mehrere Systeme auf dem Markt die von ihrem Leistungsumfang und dem im DACH Raum verfügbaren Inventar sehr ähnlich sind. Unterschiede ergeben sich in erster Linie bei der Bedienung des Systems und den dafür anfallenden Kosten. Als unabhängiger Berater möchte ich an dieser Stelle jedoch keine Empfehlung für ein bestimmtes System abgeben.

MATTHIAS: Wer bereits mit Online Marketing aktiv ist, hat in der Regel schon ein bestimmtes Set an KPI’s, die ihn bei seinen Kampagnen am meisten Interessieren, sei es der Return on Ad Spend (ROAS), Zahl der Conversions, Zahl der Klicks, Conversion Rate etc. Gibt es darüber hinaus noch andere KPIs, die vielleicht besonders beim Programmatic Advertising mehr Bedeutung bekommen? Gibt es KPI’s speziell im Programmatic, auf die zu schauen Du empfehlen würdest?

ALEXANDER: Grundsätzlich denke ich, dass es wichtig ist die Zielsetzung der Marketingaktivitäten unabhängig von der gewählten Methode zu definieren. Das können beispielsweise mehr Websitebesuche oder mehr Verkäufe sein. In Bezug auf Programmatic im Speziellen würde ich empfehlen den Fokus auf den Einkaufspreis zu legen und hier insbesondere versuchen den sichtbaren TKP zu optimieren.

MATTHIASIch glaube in den meisten Disziplinen gibt es nicht nur „Best Practice“, sondern auch eine Reihe von „No-Gos“, die man auf jeden Fall vermeiden sollte. Was sind aus Deiner Sicht die größten Fehler, die man mit einer Programmatic Kampagne machen kann? 

ALEXANDER: In meinen Augen ist das Kernstück bei programmatischen Kampagnen die laufende Optimierung. Als größtes „No-Go“ würde ich es also bezeichnen, wenn an einmal gestarteten Kampagnen nicht mehr gearbeitet wird. Damit im Zusammenhang steht auch die sinnvolle Planung der Kampagnen, sodass effizient optimiert werden kann (z.B. Trennung von Desktop und Mobile) und dass im Vorfeld eine funktionierende Messung auf der Website implementiert wurde. Dies stellt sicher, dass eine Kampagne nicht nur anhand von Impressionen und Klicks bewertet wird, sondern dass auch Rücksicht auf die Interaktionen mit der Website genommen wird. 

MATTHIAS: Und zuletzt: Gibt es eine Empfehlung, die Du einem Werbenden geben würdest, noch bevor er mit Programmatic Advertising beginnt? Vielleicht bezüglich seiner Webseite oder seinem Content?

ALEXANDER: Wie bereits bei den No-Gos angesprochen denke ich, dass es wichtig ist ausreichend gute Vorarbeit zu leisten. Am wichtigsten sind hierbei die Definition klarer Ziele, die Schaffung von effizienten Strukturen und die Implementierung einer funktionierenden Websitemessung.

MATTHIAS: Vielen Dank Alexander. 

 

Kontaktangaben Alexander: a.haindl@alexanderhaindl.com, Telefon: +43 676 916 42 65 oder via www.alexanderhaindl.com

 

Wenn Sie Ihr Online-Marketing mit uns diskutieren möchten,  rufen Sie uns an unter +43 677 634 600 55 oder schreiben Sie eine E-Mail an hello@matthiasp.sg-host.com.

 

6 Schritte zur Auswahl einer Online Marketing Agentur in 2020

Das Jahr 2020 hat – und bringt auch derzeit – unvorhergesehene Konsequenzen für fast alle Bereiche des Wirtschaftslebens. Lockdowns, neue Auflagen und Verordnungen, sowie oftmals verunsicherte und vorsichtigere Konsumenten bedeuten in unzähligen Fällen Umsatzeinbußen, oftmals Personal-Abbau und eine mühsame Wegstrecke zurück zu den Umsätzen aus den Vorjahren.

Die Aufmerksamkeit von Unternehmen und Unternehmern richtet sich gerade in diesem Jahr auf das Internet und die Möglichkeiten, die es in diesen besonders schwierigen Zeiten für sie bereithält. Denn: Nicht alle Firmen leiden unter der Corona-Krise. Zahlreiche Angebote, zumeist online, profitieren in 2020 ungemein von den Vorteilen des Online-Handels. Amazon, nur um ein Beispiel zu nennen, verzeichnete in Q2 ein Umsatzplus von 40% gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres.

Unternehmen, die künftig mehr ihres Umsatzes online generieren wollen, stehen vor einer Reihe von Fragen: Wo fangen wir an? Wer kann das machen? Wieviel wird es kosten? Und können wir uns sicher sein, dass es funktioniert?

Wer hier nicht bereits die richtigen Resources im eigenen Unternehmen hat, dem empfehlen wir, sich im ersten Schritt mit einigen Online Agenturen zu unterhalten. In vielen Fällen (wie bei uns) ist ein Erstgespräch kostenlos, unverbindlich, und in der Regel auch oft schon sehr hilfreich.

Kann oder will ein Unternehmen keine internen Ressourcen aufbauen, macht die Zusammenarbeit mit einer Agentur Sinn. Eine Agentur bringt aktuelles Know-how und oft jahrelange Erfahrung mit Kunden aus verschiedensten Branchen mit.

In diesem Artikel haben wir die 6 wichtigsten Schritte zusammengefasst, die es zu bedenken gilt, wenn Sie die Arbeit mit einer Online-Agentur in Erwägung ziehen:

 

1 Entwickeln Sie ein möglichst klares Ziel

Jedes Erstgespräch wird davon profitieren, wenn Sie bereits mit einem konkreten Ziel für Ihre Online-Marketingaktivität das Gespräch eröffnen. Dies ist im besten Fall ein numerisches Ziel zum Umsatz oder den Neukunden, die sie sich durch ihre künftigen Online-Aktivitäten erwarten.

Beispiel: 200.000 Euro Umsatz über die Webseite pro Jahr, innerhalb von 2 Jahren

Beispiel: 30% unserer Neukunden (entspricht 1000 Neukunden) sollen über die Webseite kommen

Mit einem greifbaren Ziel kann eine Agentur wahrscheinlich gleich die ersten Maßnahmen vorschlagen, die sich am ehesten eignen werden, Ihr Ziel zu erreichen.

 

2 Verstehen Sie die Schwerpunkte einer Agentur

Die Welt des Online Marketings ist mittlerweile so groß, dass es viele Disziplinen gibt, die alle mehr oder weniger relevant für Sie und Ihre Ziele sein werden. Es gibt Spezial-Disziplinen wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenmarketing (also bezahlte Werbung SEM), Webseiten-Optimierung, E-Mail-Marketing, Content-, Social Media- sowie Full-Service Agenturen, die versuchen alle Aspekte des Online Marketings abzudecken.

Im Anfangs-Stadium lohnt es sich also herauszufinden, in welchen Bereichen eine Agentur ihre Stärken hat. Versuchen Sie dies im Gespräch herauszufinden, in dem Sie jeweils ein ein Stück weit in die Tiefe gehen, um den Ansatz sowie die Erfahrung der Mitarbeiter im Detail zu verstehen.

Gleichzeitig werden die ersten Gespräche dabei helfen, Klarheit darüber zu bekommen, welche Disziplinen in Ihrem Fall auch gebraucht werden. Haben Sie bereits eine große Datenbank mit Newsletter-Empfängern? Dann sollten Sie auch auf Expertise im Bereich Datenverarbeitung und E-Mail-Marketing achten. Ist Ihre Webseite aktuell und für die Nutzung auf dem Smartphone optimiert? Wenn nicht, sollte eine Agentur auch in diesem Bereich Fähigkeiten oder Lösungen anbieten können.

Tipps zur Auswahl einer Marketing Agentur

3 Achten Sie auf Referenzen & Qualifikationen

Industrie-spezifische Referenzen sind viel Wert. Stellt Ihr Unternehmen beispielsweise Schreibwaren her, und eine Agentur kann eine Referenz aus dem Bereich Büro-Zubehör vorweisen, kann man davon ausgeben, dass viel übertragbares Know-how in der Agentur ist. Arbeitet eine Agentur vorwiegend mit Einzelpersonen und Klein-Unternehmen? Oder gibt es auch Großkunden? Wenn dies Ihre Entscheidung beeinflussen kann, sollten Sie die Frage bereits im Anfangs-Stadium stellen.

In vielen Bereichen wie Design, Webseiten-Programmierung oder SEA, gibt es auch Zertifikate und Qualifikationen, die etwas über die Fähigkeiten der Agentur-Mitarbeiter aussagen. Welche Ausbildungen wurden absolviert? Welche Vorerfahrung liegt vor? Für die Dauer des Erstgesprächs können Sie die Agentur-Mitarbeiter mit den gleichen Fragen kennenlernen, wie Sie auch einen neuen Kollegen oder eine neue Kollegin kennenlernen möchten, bevor Sie eine Entscheidung über die Anstellung treffen.

 

4 Denken Sie (mit der Agentur) über den Tellerrand hinaus

Einer der großen Vorzüge des Online Marketings ist, dass man erfolgreiche Kampagnen und Geschäftsmodelle rasch skalieren kann. Und das nicht nur innerhalb eines Landes, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Große internationale Marken wie Amazon oder Uber sind gute Beispiele hierfür.

Denken Sie gemeinsam darüber nach, wie Ihr Produkt vielleicht auch international skalieren kann.

Beispiel: Ein Produzent von Kosmetik-Produkten in Österreich hat bislang hauptsächlich regional verkauft sowie in einer Reihe von Drogerien in Österreich. Durch das Aufsetzen eines Webshops und die Übersetzung der Webseite kann sein Sortiment schnell auch in den angrenzenden Märkten angeboten werden. Eine Übersetzung von Webseite und Marketing-Kampagnen ist unter Umständen gar nicht notwendig.

Es kann aber auch sein, dass Sie bereits genau wissen, welche internationalen Märkte für Sie in den nächsten Jahren interessant werden.

Wenn das der Fall ist, sprechen Sie mit Ihrer Agentur darüber, ob die notwendigen Sprachkenntnisse für einen möglichen Markteintritt auch dort vorhanden sind.

 

5 Sprechen Sie über Preise und Preismodelle

Das wahrscheinlich häufigste Preismodell bei Marketing-Agenturen ist der Tagessatz bzw. Stundensatz. In Mitteleuropa bewegen sich die meisten Tagessätze zwischen 500 und 1.300 Euro, der Stundensatz zwischen ca. 80 Euro und 160 Euro.

Interessant wird es bei der Frage, wie sich eine langfristige Zusammenarbeit oder auch die Buchung von Ihrem konkreten Arbeitsvolumen auf den Tagessatz auswirkt. Bei einer mittel- oder langfristigen Buchung von mehreren Tagessätzen pro Monat, wäre zu erwarten, dass eine Agentur eine Reduktion auf den Listenpreis anbietet.

Zunehmend beliebter werden auch Preismodelle, die ganz oder teilweise erfolgsabhängig sind. So könnten Sie bei klaren Umsatz- oder Neukunden-Zielen zum Beispiel ein Modell erstellen, dass einen Teil des Agentur-Honorars flexibel gestaltet.

 

6 Hören Sie auch auf das Bauchgefühl

Natürlich sind die Qualifikationen, Referenzen und anderen oben erwähnten Punkte wichtige Faktoren bei der Auswahl einer Agentur. Aber lassen wir auch nicht außer acht, dass eine Zusammenarbeit zwischen Kunde und Agentur immer auch im Kern eine Zusammenarbeit zwischen Menschen ist, die gut miteinander auskommen sollten. Daher: Nehmen Sie alle Personen, die mit der Agentur Kontakt haben werden, mit in das Gespräch, und stellen Sie sicher, dass Sie auch auf Agentur-Seite alle Menschen persönlich kennenlernen, mit denen Sie in der Zukunft potenzell zusammenarbeiten werden.

Wir möchten sogar empfehlen, nicht nur über die Unternehmensziele und die Agentur zu sprechen, sondern einen guten Teil des Erstgesprächs auf allgemeine Themen zu verwenden. Lassen Sie dem Gespräch freien Lauf, und schauen Sie, wohin es führt. Es wird Ihnen viel darüber sagen, mit was für Menschen Sie es zu tun haben. Gibt es da ähnliche Ansichten, ähnliche Herangehensweisen? Kann man gemeinsam lachen? Wie oben schon gesagt, sehen Sie jeden Agentur-Mitarbeiter zu einem Grad auch als möglichen zukünftigen Kollegen. Wenn man menschlich zueinanderfindet und gemeinsam lachen kann, ist das eine wichtige Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

 

Mit diesen Punkten hoffen wir, Ihnen eine Hilfestellung zu geben bei den ersten Gesprächen und der Auswahl einer Online Marketing Agentur. Zuletzt kommt hier noch ein Punkt, der wahrscheinlich für die meisten selbstverständlich ist, es doch aber – aus Erfahrung – nicht für alle ist, daher setzen wir ihn in der Rangordnung vor die erste Stelle, also auf „Null“.

 

0 Machen Sie Zeit und Budget verfügbar 

Jede Zusammenarbeit mit einer Agentur wird auch Sie und Personen in Ihrer Firma Zeit kosten. Vor, während und nach Kampagnen wird es Fragen geben. Bilder werden gebraucht werden, Freigaben, Textbausteine, Markenrichtlinien, Abstimmungsgespräche und vieles mehr werden zum Thema werden. Haben Sie keine Zeit oder keine internen Ressourcen, die sich hierum kümmern können, wird eine Agentur Schwierigkeiten haben, ihren Teil der Arbeit zu erledigen, und Frust ist vorprogrammiert.

Gleiches gilt für das Thema Budget: Haben Sie ein konkretes Umsatz- oder Neukundenziel, geben Sie diesem einen Geldwert, und rechnen Sie grob 20%-25% dieses Betrags als Marketing bzw. Agenturkosten. Die Möglichkeiten der signifikanten Online-Umsätze sind für die meisten Geschäftsmodelle sehr real, aber es kommt vor, dass die Bereitschaft zum Investment in das Marketing fehlt. Nur mit Vertrauen und Zuversicht in das Thema Online Marketing werden Sie zu den ersten Erfolgen kommen.

 

Chancen in China in 2020 – Ein Gespräch mit David Schulte von SERES Management

Das Jahr 2020 wird dominiert von der weltweiten Corona Pandemie, deren Folgen derzeit erst erahnt werden können. Gesellschaften und Wirtschaftssysteme diskutieren derzeit vorwiegend den besten und sichersten Weg zurück zu einer neuen Normalität. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass diese „neue Normalität“ anders aussehen wird als die „alte Normalität“, die wir noch aus den letzten Jahren in Erinnerung haben. Und welche langfristigen Folgen – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich – wir erleben werden, wird gleichzeitig immer mehr diskutiert. Zu diesem Anlass konnten wir den China- und Wirtschafts-Experten David Schulte von SERES Management für ein Gespräch gewinnen. David hat jahrelange Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die im chinesischen Markt aktiv sind, und hat daher auch ein paar Tipps parat für Firmen, die entweder bereits in China am Markt sind, oder einen Schritt nach Asien planen.

 

MILTON: Danke David, dass Du Dir Zeit nimmst für ein Gespräch. Für diejenigen, die dich nicht kennen, magst Du ein paar Worte zu Deinem Hintergrund sagen? 

DAVID SCHULTE: Die Liebe zu China habe ich bereits während meiner Kindheit gefunden, da ein Studienfreund meines Vaters aus China stammt, der Freund oft bei uns chinesische Gerichte aufgekocht hat. Und so habe ich mich während meines Studiums der internationalen Betriebswirtschaft entschieden, dass ich zusätzlich das Studium der Sinologie aufnehme, natürlich mit dem Ziel rasch nach China für einige Jahre zu ziehen. Und lebte ich in acht Jahren in den Orten Beijing, Suzhou und Tianjin. Durch meinen Start bei der Würth Gruppe holte mich der Vorstandsvorsitzende Herr Friedmann an seine Seite, damit ich mich in seinem Auftrag um Sonderprojekte wie Neugründungen und Restrukturierungen kümmere. Das war der Anfang meiner Chinakarriere. Und spreche dank Studium und Chinaaufenthalten fließend Chinesisch (Mandarin) und bin mit der chinesischen Kultur bestens vertraut.

MILTON: In welchen Situationen arbeiten Unternehmen typischerweise mit Dir?

DAVID SCHULTE: In erster Linie helfe ich als Economist, Interim Manager und Board Director (Aufsichtsrat) europäischen Unternehmen beim Meistern von Herausforderungen in China, vor allem wenn es die kritischen Phasen des Markteintritts bzw. –aufbaus, in schwierigen Umbruchsituationen, bei Aufkauf und Integration chinesischer Unternehmen und ab und zu auch Schließung von Standorten in China. Im Mittelpunkt steht hier eine gute Zusammenarbeit zwischen dem europäischen und chinesischen Counterpart, damit die gesteckten Unternehmensziele erreicht werden können.

MILTON: Nun haben wir derzeit nicht nur in China, sondern weltweit einen durch das Coronavirus, die Folgen für die weltweite Wirtschaft werden ohne Zweifel tiefgreifend sein. Es wird sogar damit gerechnet, dass einige Wirtschaftszweige niemals in den Zustand wie vor der Pandemie zurückfinden werden. Welche mittel- oder langfristigen Folgen erwartest Du für Unternehmen, die bereits fest im chinesischen Markt verwurzelt sind?

DAVID SCHULTE: Die Krise des Coronavirus wird global zu massiven Änderungen führen. Produktionsstandorte werden zusammengeführt, was aber bedeutet, dass es bei Unternehmen auch wichtig ist, in Asien, insbesondere China, vertreten zu sein. Auf der Produktionsseite wird es zu einer Verkürzung der Lieferketten kommen, was bedeutet, dass Zulieferer nicht mehr über viele Länder verteilt sein werden, sondern sich nahe dem Produktionsunternehmen ansiedeln werden. Im Mittelpunkt steht die Minimierung von Risiken. Spannend wird auch sein,, wie sich Logistikkosten entwickeln werden. Aufgrund des Coronavirus sind diese auf mehr als hundert Prozent im Überseeverkehr angestiegen. Absatzseitig wird es ebenfalls zu Änderungen kommen; hier werden manche Unternehmen profitieren, andere aber Einschnitte hinnehmen müssen. Und es ist von einem Expatsterben in China auszugehen, d.h. weniger Europäer werden bereit sein, in China zu arbeiten, auch mit ihren Familien zu leben. Dies forciert den Trend der Lokalisierung des Managements und der Fachkräfte, birgt aber die Herausforderung einer effizienten Steuerung der Auslandsdependancen in China.

 

David Schulte SERES Management

 

MILTON: Was würdest Du einem Unternehmen raten, das gerade in diesem Jahr den Schritt nach Asien oder speziell China geplant hat, und jetzt durch die Pandemie behindert wird?

DAVID SCHULTE: Hier empfehle ich dringend nochmal die gesamte Strategie zu hinterfragen, Analysen auf den basierenden Trendwenden bedingt durch Coronavirus zu erstellen, und die Markteintrittsvariante zu ändern, bevor das Unternehmen in den Markt Asien / China einsteigt. Aber sollte es eine attraktive Option des Markteinstiegs durch den Aufkauf eines Zielunternehmens in Asien / China geben, so besteht jetzt eine Chance rasch zu handeln. Dies kann einen Schritt nach Asien / China beschleunigen und erhebliche Kostenvorteile mit sich bringen.

MILTON: Dann wird es auch Unternehmen geben, für die der Markteintritt China zwar auf der Roadmap steht, allerdings noch etwas weiter in der Zukunft. Hast Du Tips für diejenigen in diesem frühen Stadium: Woran sollte gedacht werden?

DAVID SCHULTE: Wer China nicht mit auf dem Radar hat, der kann global nicht stark sein. Nicht zu vergessen ist, dass auch kleine Unternehmen gute Chancen in China haben, sofern sie den richtigen Partner in China haben. Hier bedarf es nicht an Unmengen an Ressourcen. Also rate ich, immer Ausschau nach guten Geschäftspartnern in China zu halten!

MILTON: Sobald der Markteintritt organisiert ist, gilt es in der Regel, auch den Auftritt vor Ort zu gestalten. Inwiefern kann ein Unternehmen seinen Auftritt replizieren? In welchen Bereichen sollte evtl. oder auch unbedingt an lokale Kundenerwartungen angepasst werden?

DAVID SCHULTE: Das sollte bereits im Vorfeld im Rahmen der Markteintrittsstrategie und des Marketing Plans festgelegt sein. Der Markteintritt China sollte kundenseitig immer eine logische Konsequenz sein, also am besten auf Bestandskunden oder abgeschlossenen Verträgen aufbauen. Ein Einstieg von null weg ist äußerst kostenspielig und in China kann ein Unternehmen sich aufgrund der geographischen Distanzen und massiven kulturellen Unterschiede schnell verlaufen, also Geld blind verbrennen.

MILTON: Ein paar Worte zum Thema Medienverhalten in China. Welche großen Unterschiede siehst Du zum westeuropäischen Medienkonsum? Kannst Du schon Trends im Jahr 2020 erkennen?

DAVID SCHULTE: In China sind die Plattformen wie Alibaba oder WeChat (Tencent) umfassender als bei uns im Westen. Über diese Plattformen kann ich alles erledigen, was im Alltag wichtig ist, sei es ein Taxi zu rufen, Essen zu bestellen, Zahlungen zu tätigen oder zu kommunizieren. Viele Artikel werden online bestellt. Jedoch sind die Kosten, die Produkte zu bewerben, äußerst hoch, Marketingkosten können somit rasch einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen. Für Online Promotion meiner Produkte muss ich mit Marketingkosten von zehn Prozent des Umsatzes rechnen.

Zu den Trends 2020, bedingt durch Corona, ist zu sehen, dass die Digital Marketing Ausgaben um 13 Prozent zurückgegangen sind. Dies ist jedoch ein stärkerer Rückgang als die Umsätze online. Dies ist durch Sparmaßnahmen mit der Coronavirus Krise verbunden. Interessant ist, dass Unternehmen in China jedoch ihre Marketingaktivitäten verstärkt haben, hier aber auf kostengünstigere oder kostenlose Online Medien zurückgreifen. Dieser Trend dürfte im Westen ebenfalls kommen.

MILTON: Welche europäischen Firmen könntest Du nennen, von deren Eintritt in China Du besonders beeindruckt warst?

DAVID SCHULTE: Der Großteil der deutschen Unternehmen in China macht keine deutlichen Gewinne! Hier ist Aufholbedarf, was die Optimierung von Strategie und Operations angeht.

MILTON: Und umgekehrt, welcher Markteintritt in Europa durch ein chinesisches Unternehmen hältst Du für besonders gelungen?

DAVID SCHULTE: Der Einkauf der Chinesen bei Volvo. So gibt es jetzt auch eine chinesische Premium Marke, kaum für den Konsumenten zu erkennen.

MILTON: Und kannst Du bestimmte Bücher oder Blogs empfehlen, für diejenigen die China als Wirtschaftsraum näher kommen wollen?

DAVID SCHULTE: Für mich das besten Chinabuch, um zu verstehen, wo China herkommt, ist „China erwacht“ von Sherry Wu-Dun Nikolas Kristof.

MILTON: Vielen Dank für Deine Zeit – und auch weiterhin Alles Gute!

 

 

 

 

Im Gespräch mit Grafikwien über die Vor- und Nachteile von WordPress als Unternehmenswebseite

Wer über die Erstellung eines Blogs oder einer Webseite nachdenkt, kommt nicht an WordPress vorbei. Bereits seit 2003 ist die OpenSource Software am Markt. Ursprünglich für private Blogs entwickelt, gibt es mittlerweile auch zahllose Unternehmenswebseiten, die auf WordPress zurückgreifen. Ca. 32% aller Webseiten nutzen derzeit das CMS von WordPress. Wir hatten die Ehre, ein Interview mit der Wiener Agentur Grafikwien führen zu dürfen, und sie zum Thema WordPress zu befragen.

MILTON: Danke, dass Ihr Euch für ein Gespräch Zeit nehmt! Ihr habt bereits seit 2011 Erfahrung mit WordPress Training und dem Erstellen von Seiten für Unternehmen. Was sind die häufigsten Fragen, die ihr in Euren Kursen bekommt?

GRAFIKWIEN: Was kostet WordPress? Kann ich eine Webseite selber erstellen? Warum ist WordPress empfehlenswert.

MILTON: Gibt es populäre Missverständnisse zu WordPress, denen Ihr häufig begegnet?

GRAFIKWIEN: Viele wissen nicht, dass WordPress per se gratis benützt werden kann. Freilich entstehen in der Regel kosten für das Hosting und den Domain-Namen. Diese sind aber gering, mit 60-100 Euro pro Jahr ist man dabei.

MILTON: Wem empfehlt Ihr, eine Seite selber zu bauen, und wem empfehlt Ihr, mit einer Agentur zu arbeiten?

GRAFIKWIEN: Wer viel Zeit hat und technisch affin ist, kann eine WordPress Seite selber bauen. Eine Agentur zu beauftragen macht hingegen in allen anderen Fällen Sinn.

 

 

MILTON: Beim Bau einer Unternehmensseite, was ist grundsätzlich zu beachten?

GRAFIKWIEN: Die Webseite sollte übersichtlich sein, eine klare Botschaft vermitteln. Die ersten 3 Sekunden, die der User darauf verbringt, sind wesentlich dafür, wie die Seite bewertet wird. Deswegen sollte sie auch schnell. Deshalb ist für größere Unternehmen sinnvoll mehr Geld in das Hosting zu investieren, da in der Regel dann auch die Webseiten schneller sind.

MILTON: Inwiefern eignet WordPress sich besonders, verglichen mit anderen Systemen?

GRAFIKWIEN: WordPress ist relativ einfach zu bedienen, kann extrem viel, sobald man die oftmals gratis Plugins benützt. Außerdem ist WordPress unangefochtener Marktführer für das Erstellen von Websites.

MILTON: Und gibt es wesentliche Nachteile bei WordPress, von denen man vor einem Webseiten-Projekt wissen sollte?

GRAFIKWIEN: WordPress ist per se nicht das schnellste System. Wer sich für dafür entscheidet und eine schnelle Seite will, der muss extra Aufwand hinein stecken.

MILTON: Um in Google gefunden zu werden, will man schnell nach oben kommen. Was sagt Ihr dazu?

GRAFIKWIEN: Neue Webseiten haben nie ein gutes Google Ranking. Man kann aber sofort dafür sorgen, dass viele Menschen zugreifen, indem man digitale Werbung nützt. Google & Facebook Ads sind hierfür die am meisten genützen Tools. Im den Suchergebnissen nach vorne zu kommen, bedarf Geduld, aber es ist durchaus erreichbar.

MILTON: Gibt es typische Fehler im Umgang mit WordPress, die man vermeiden sollte?

GRAFIKWIEN: Kein Hosting bei WordPress.com: Das ist teuer und kann nicht mehr als die anderen.

MILTON: Und zuletzt – Wie bewertet Ihr die Entwicklung von WordPress in den letzten Jahren? Und gibt es bestimmte Dinge, die Ihr euch von den kommenden Jahren erwartet?

GRAFIKWIEN: Die Entwicklung von WordPress geht immer mehr in die Richtung optischer visueller Gestaltung und Layoutierung (drag & drop). Dieser Trend startete mit dem neuen WordPress Gutenberg Editor und wird sich weiter verstärken. Darüber hinaus wird es, ich schätze ab 2022 oder 2023, auch die Mehrsprachigkeit von Webseiten als interne Funktion von WordPress geben.

MILTON: Besten Dank Euch beiden, und weiterhin Alles Gute!

 

Möchten Sie ein Webseitenprojekt diskutieren, oder die besten Wege, Ihre Webseite und Ihre Proudukte zu vermarkten, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter info@matthiasp.sg-host.com oder 0043/677 634 600 55.

 

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